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Kurzarbeit
Dieses Instrument ist für die Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen auf der einen Seite sehr gut, weil es vorerst weitere Kündigungen verhindert, auf der anderen Seite aber auch ein enormer Aufwand – nicht zuletzt, weil sich die Vorgaben nach wie vor ständig ändern. Man ist sich offensichtlich noch immer nicht einig, was und wie man es genau will, denn mit der Abrechnung April wurde in meinem Team jenen Mitarbeiterinnen, die zwar in Kurzarbeit waren, im März aber noch voll gearbeitet haben, viel Geld abgezogen (auch für den März). Ursprünglich war das anders geplant. Anfang Mai habe ich endlich den Kurzarbeitsanteil für die März-Gehälter meiner Mitarbeiterinnen erhalten. Ich hoffe, dass das für die natürlich bereits bezahlten April-Gehälter nun rascher geht.
Worauf ich schon länger hingewiesen habe (siehe auch „Meine Forderungen“) ist, dass die Kurzarbeit wohl mindestens bis Jahresende 2020 verlängert werden muss, um eine zweite Kündigungswelle zu verhindern. Da sich das heimische, so wie auch das internationale Wirtschaftsgeschehen nur langsam wieder dem Vor-Corona-Niveau nähern wird, muss hier gegengesteuert werden. Manche Bereiche werden früher auf Kurzarbeit verzichten können, in vielen Bereichen wird es länger dauern.

Um hier keine Missverständisste aufkommen zu lassen: Wir Unternehmer*innen bekommen natürlich nur den Teil der Kosten ersetzt, den die Mitarbeiter*innen NICHT gearbeitet haben. Jene Arbeitszeit, die meine Mitarbeiterinnen im KUA-Zeitraum gearbeitet haben (oder auf Urlaub bzw. Zeitausgleich waren), muss ich natürlich selbst bezahlen.

AWS-Kredit
Dieser als Überbrückungshilfe getrarnte Kredit ist zwar ebenfalls wichtig, muss aber vorsichtig eingesetzt werden, wenn man sich nicht zu hoch verschulden will. Durch den Wechsel meiner Hausbank hat sich die Abwicklung bei mir natürlich zusätzlich verzögert, sodass ich noch auf dieses Geld warten muss. Ganz ohne diese Mittel wird die Krise wohl nicht zu überstehen sein. Dass die Finanzmarktaufsicht (FMA) hier anfangs eine sehr dubiose Rolle gespielt hat, indem sie die Beteuerungen der Regierung (es wird alles schnell und unkompliziert gehen) konterkariert hat, wurde mittlerweile hinlänglich in den Medien behandelt.

Steuern und Abgaben
Mittlerweile hat auch die Gesundheitskassse bemerkt, dass es auf der Einnahmenseite Folgen hat, wenn nichts hereinkommt bzw. gestundet wird. Auch die Gemeinden beklagen fehlende Einnahmen. Wir, die vom Shutdown betroffenen Unternehmen wissen bereits seit Mitte März, was es heißt, wenn plötzlich gar kein Geld mehr in die Kasse kommt, aber Fixkosten und Gehälter weiterlaufen. Die Stundungen müssen jedenfalls so lange gewährt werden, bis es wieder ausreichend Einnahmen gibt, denn sollten die Stundungen zu früh fällig gestellt werden, droht die nächste Insolvenz- und Kündigungswelle.

Corona-Hilfsfonds der Bundesregierung
Hier geht es um die NICHT RÜCKZAHLBARE ZUSCHÜSSE. Diesem Instrument wird in den nächsten Monaten ganz besondere Bedeutung zukommen. Endlich ist auch die Politik draufgekommen, dass es für viele Unternehmen viel zu spät sein wird, wenn Geld aus diesem Topf erst nach Ende des Wirtschaftsjahres beantragt werden kann. Es geht nun auch früher – für bis zu 3 Monate. Neben den Fixkosten, die jedoch nur den kleineren Teil ausmachen werden, wird hier die größte Bedeutung einem leider sehr schwammigen Punkt zukommen: „Dem Wertverlust bei verderblichen/saisonalen Waren, sofern diese während der Covid-Maßnahmen mind. 50 % des Wertes verlieren.“ Mal sehen, wie das gehandhabt wird, oder ob hier doch noch deutlich mehr Druck von Unternehmer*innenseite notwendig sein wird.

In diesem Zusammenhang doch erwähnenswert ist, dass zu den Medien bereits ein nicht rückzahlbares Hilfspaket in Höhe von 12 Millionen Euro geflossen ist.

Zwei Punkte sind mir ganz besonders wichtig:
Das Thema Gesundheit, auf das ich in meinem Video möglicherweise nicht ausreichend eingegangen bin (weil ich das ohnehin vorausgesetzt habe): ALLE auf vernünftiger Basis stehenden und von Experten befürworteten Maßnahmen/Einschränkungen UNTERSTÜTZE ICH VOLLINHALTLICH – vom Mundschutz, über Abstandsregeln bis zu (wenn es nicht anders geht) Shutdowns. Aber ich appelliere ebenso an die Vernunft aller Österreicherinnen und Österreicher – auch in der Regierung, nicht unsere wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel zu setzen.

Da es immer wieder Mutmaßungen gibt, welche politische PARTEI oder Gruppierung wohl hinter mir steht, kann ich Ihnen versichern: natürlich KEINE! Nur meine Familie, mein Mann und unsere beiden studierenden Kinder (die derzeit nicht studieren können, da sich an ihren Unis wenig tut!).